Archive for Befindlichkeiten
Dezember 28, 2007 at 16:07 · Filed under Befindlichkeiten
Nicht nur, daß immer irgendeiner der lieben Freunde enttäuscht ist, weil man sich nicht fünfteilen und jede Silvester-Einladung annehmen kann, nein, ausverkaufte Käsetheken, Dreck, Lärm und die kleinen Rotzlöffel, die jetzt schon mit Böllern werfen, gibt’s gratis dazu. Da bleibt einem doch nur, die ganze Bande hinter sich zu lassen und an Silvester mal einen auf Eremit zu machen.
In diesem Sinne:
So long, and thanks for all the fish!
Dezember 16, 2007 at 03:42 · Filed under Befindlichkeiten
Nicht nur daran, daß man Ficken nicht kennt, sondern auch daran, daß man nach 4 Stunden Perkins Park total entkräftet ist und seine (jüngeren) Freunde bitten muß, einen nach Hause zu bringen. So geschehen um 03 Uhr 19. Ich kapituliere und gehe schlafen. Nacht.
November 27, 2007 at 21:46 · Filed under Befindlichkeiten
Wäre heute Montag, wäre die Welt in Ordnung. Ich würde bedingungslos akzeptieren, daß der Tage scheiße war und nichts klappte. Ich würde mich ohne Murren in’s stille Kämmerlein verziehen und salzige Montagstränen vergießen, denn ich wüßte es ist Montag und morgen wird alles besser. Leider ist heute Dienstag und die Welt hat sich gegen mich verschworen: Der Bäcker, der Postbote, die Deutsche Rentenversicherung, die neue Jeans, mein DVD-Player, mein Konto und – und das wiegt schwer – mein Macbook.
Um nicht auch noch den Hausrat gegen mich aufzubringen, liege ich nun regungslos auf meinem Sofa. Mal sehen wie ich den restlichen Tag noch rumbringe.
Oktober 26, 2007 at 22:09 · Filed under Befindlichkeiten
An einem Dienstag vor 6 Wochen beschloß eine meiner Bandscheiben sich das Leben zu nehmen.
Ohne vorher mit jemandem über ihren Kummer gesprochen zu haben – von den angehörigen Bandscheiben der Lendenwirbel 1 bis 4 völlig unerwartet – stürzte sie sich an jenem Dienstag vom 5. Lendenwirbel direkt in den naheliegenden Nervenwurzelkanal und zog damit nicht nur sich, sondern auch die völlig unbeteiligte aber sich zur-falschen-Zeit-am-falschen-Ort befindliche obere Nervenwurzel in Mitleidenschaft.
Hysterie brauch aus, Nervenstränge drängten sich ängstlich in eine Ecke, einige fielen in Ohnmacht, als die gallertartige Masse, die nun aus der verendeten Bandscheibe hervorquoll, langsam aber stetig auf sie zufloss. “Oh Gott, wir werden alle sterben, wenn uns dies Teufelszeug berührt!” schrie einer der älteren Nerven, woraufhin die jüngeren, völlig panisch, Hilferufe entlang der Nervenbahnen aussandten. Doch zu spät: Die Bandscheibenflüssigkeit legte sich über sie und ertränkte sie in ihrer entzündlichen Masse.
Während sich also die Ereignisse im Bereich der Lendenwirbelsäule überschlugen, schlief der Rest meines Körpers noch tief und fest, denn es war mitten in der Nacht. Erst als um exakt viertel vor sechs der Wecker klingelte, drang das Eiltelegramm, der vergebliche Hilferuf des Nervenkanals, zu meinem Gehirn durch. Müde begann es die wichtigsten Funktionen zu booten, um sich dann, mehr beiläufig, dem Telegramm zu widmen. “Irre Bandscheibe versucht uns zu kill…” – weiter kam das Gehirn nicht, denn plötzlich funkte das Substanzielle Ich, der ewige Nebenbuhler, dazwischen: “Oh nee, Du hast mal wieder gar nix unter Kontrolle hier” polterte es und dann – an die angelsächsischen Organe gewandt – “Gentlemen, we have a situation here.”
Tja, und der Rest ist schnell erzählt. Das Substanzielle Ich rief meinen Körper zu Ordnung, zwang ihn noch zur Arbeit, um am spätnachmittag doch zu kapitulieren und – dem Druck einer Petition der übrigen Organe nachgebend – der Gabe zweier LMAA-Spritzen zuzustimmen, womit das Elend endgültig seinen Lauf nahm…
Oktober 16, 2007 at 09:10 · Filed under Befindlichkeiten
Ich gehe direkt auf das Bestattungsfahrzeug zu und spähe vorsichtig nach meinem Schatten, der sich im Fenster spiegelt. Plötzlich ein Geräusch, die Rücklichter flackern auf, der Fahrer scheint zurückgekehrt zu sein. Erschrocken weiche ich aus und gehe rechts am Wagen vorbei. Der Fahrer steigt ein, dann gehen die Scheinwerfer an und für einen kurzen Moment meine ich das Knirschen meiner Knochen unter dem schweren Mercedes zu hören. Ich gehe einen Schritt schneller, doch unnötig. Der Fahrer legt den Rückwärtsgang ein und wendet. Ich habe als Kind einfach zu viele Krimis gelesen.
Oktober 11, 2007 at 17:56 · Filed under Befindlichkeiten
Ich habe Abgabedruck. Bis nächste Woche Donnerstag muß ich der Druckerei ein fertiges Buch liefern und vor mir liegen noch etliche Seiten, die gesetzt werden möchten.
Es sind genau diese Situationen, in denen ich anfange die Wohnung auf- oder umzuräumen oder Deko in rauhen Mengen zu kaufen um dann möglichst viel Zeit damit zu verbringen sie ansprechend zu platzieren.
Ja, eine Situation, in der ich irgendwelche Uralt-Unterlagen rauskrame, Kontoauszüge sortiere, die Fenster putze, das Innenleben meines Kleiderschranks auf den Kopf stelle, die Pflanzen umtopfe, den Keller ausmiste undsoweiterundsofort.
Sprich: Ich mache alles, nur nicht das was ich soll!
(aktuell: diesen Eintrag schreiben)
Oktober 6, 2007 at 18:19 · Filed under Befindlichkeiten
Ich verbummele meine Tage im Park liegend, die Sonne genießend, Maronen sammelnd, Eis essend aber vor allem: nicht sitzend – denn das macht der Rücken noch nicht mit. Ich habe außerdem meine Liebe zur Corvette Stingray entdeckt (diesem Prolo-Auto) und durch Beobachtungen im Park gelernt, daß Japanerinnen gerne einen Entenpopo machen, wenn sie photographiert werden. Und weil im Hintergrund gerade The Moody Blues läuft, bekommt dieser sinnfreie, kurze Eintrag den Titel Lazy Days.
September 28, 2007 at 07:51 · Filed under Befindlichkeiten
Als ich vor zwei Wochen mit dem Zug in den Frankfurter Bahnhof einfuhr und von mehreren rußfarbenen Türmen empfangen wurde, war ich erstaunt. Wie hässlich. Ich schüttelte leicht den Kopf und wandte mich wieder meiner Sitznachbarin zu. Hässlich, wiederholte ich – diesmal laut, zu ihr gewandt. Sehr, sagte sie mit kratziger Stimme. Dann schwiegen wir. Wir stiegen aus, gingen zielstrebig zum Ausgang und von dort zum nächsten Taxi. Als sie versuchte ein Gespräch mit der Fahrerin anzuzetteln und dabei ihren Älblerdialekt in schäbig klingendes Hochdeutsch tauschte, sagte ich nichts. Es war albern aber ich war zu müde für Konversation. Ich sah mich um und der schlechte Eindruck wurde nicht besser. Frankfurt ist hässlich. Zumindest auf dem Weg vom Bahnhof zur Deutschen Börse.
Als ich dann vor einigen Tagen schmerzgeplagt die Straße entlang zur Apotheke ging schlich, mußte ich erkennen, daß mein Viertel mit Frankfurt gut mithalten, es bisweilen sogar toppen konnte. Ein architektonisch reizloses Parkhaus, schäbige Häuserfronten, Prostituierte und eine Drogenberatungsstelle mit Methadonvergabe. Nicht mal die Kirche verströmte etwas, das in irgendeiner Weise mit Charme zu tun hatte. Ein umzäunter Kinderspielplatz, zwei Tankstellen und an der Ecke der Dönermann. Traurig.
Ich hatte genug Gelegenheit mir schlecht vorzukommen, denn zu einem waren da die Schmerzen und zum anderen brauchten die beiden Mittfünfziger-Damen aus der Apotheke gute zehn Minuten, um die richtigen Medikamente zu finden. Ich stützte mich auf den Tresen und wurde mir des Umstands gewahr, daß es nicht mehr viel benötigen würde mich in eine hysterisch kreischende Irre zu verwandeln. Grund genug hatte ich ja. Ich war ziemlich lädiert und meine Stadtteil-Wahrnehmung schien erheblich gestört. Als die Ältere meinte “Oh, das sind ja gar nicht die retard – da hätte ich jetzt fast einen bösen Fehler gemacht” kam es zum Eklat.
Später begriff ich, daß ich meine Wohngegend etwas wohlwollender betrachtete, als sie es vielleicht verdient hatte.
September 5, 2007 at 08:33 · Filed under Befindlichkeiten
Beim Beantworten von Fragen wie “Ungewaschenes Obst esse ich nicht” (stimmt nicht), “In einer öffentlichen Toilette benutze ich kein Handtuch” (stimmt nicht) und “Wenn ich anderen Menschen die Hand gebe, frage ich mich ob sie sie gewaschen haben” (stimmt nicht) komme ich mir etwas seltsam vor. Noch seltsamer komme ich mir allerdings vor, wenn mein Gegenüber bei diesen Fragen “stimmt” ankreuzt und meint ich hätte kein angemessenes Verhältnis zur Sauberkeit. Man fragt sich unwillkürlich, ob man in Wirklichkeit ein Dreckspatz ist, dessen stets aufgeräumte und saubere Wohnung nur die Tarnung für das ganz große schlimme ist. Und so überfliege ich in Gedanken mal die letzte Woche, suche nach Hinweisen die mein Saubermannfrau-Image in seinen Grundfesten erschüttern könnte.
War ich nicht gestern Mountainbike fahren?
Das Gefühl von oben bis unten eingesaut, müde und mit Schürfwunden versehen nach Hause zu kommen ist ein sehr befreiendes. Und wenn der Matsch von den Rädern hochspritzt (Schutzbleche? Na hör mal) und man zum siebten Mal einen nassen Zweig ins Gesicht gepatscht bekommt, dann kann ich eigentlich nur strahlen – wenn auch nicht vor Sauberkeit. Auch habe ich mir als Kind nach dem Streicheln meiner nach Moschus müffelnden Frettchen regelmäßig die Hände in den Mund gesteckt – von den Unmengen an Erde die ich im Laufe meines Lebens verschluckt habe mal ganz abgesehen. Aber das ist ja auch ganz normal, oder? Fokus schreibt Dreck macht glücklich – na, wenn das mal kein Wort ist.
Juni 13, 2007 at 20:33 · Filed under Befindlichkeiten
<Zusammenfassung>
Stuttgart gegen G8
Leider hat diese Veranstaltung ein schlechtes Licht auf seriöse G8-Gegner geworfen
Kino
Shoppen (netter Streifen, zuviele Klischees), das perfekte Verbrechen (Anthony Hopkins: verehrenswert)
Fahrradtour
Esslinger Altstadt und zurück. Traumhaft leckeres, hausgemachtes Eis mit Früchten – empfehlenswert
Kleiner Nachbarzank
Zur Entschuldigung gab’s von ihm dann selbstgemachtes Johannisbeersorbet
Sport
Mord
Klatschkaffee mit Dimitri dem Wölfchen
Ein guter Freund, ein bisschen Sonne und eine kühle Bionade Ingwer-Orange
Redaktionelles
Manchmal hasse ich was ich tue
Frühstücken
Café Chameloen – Müsli mit Früchten und Joghurt und ein Gespräch über Kasachstan
Shoppen
gehen, leider ziemlich erfolglos
Brunchen
Geburtstagsgeschenk, im Weber
Sport:
verschlafen
Weitgereiste Freunde
Salat im Vapiano, Eis im Banco, 2 Typen und ein paar schmutzige Witze
</Zusammenfassung>
Ich schätze jetzt bin ich gedanklich wieder auf dem Laufenden.
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