Ich bin vier Jahre alt. Es ist die Hochzeit meiner Tante. Auf einer der hinteren Bänke in der kleinen Kirche im Wallis türmen sich die Jacken und Mäntel der Gäste. Darauf liege ich. Draußen scheint die Sonne, doch im inneren der Kirche ist es kühl und dunkel. Während sich meine Tante und mein Onkel das Ja-Wort geben, schlafe ich tief und fest.
Ich bin sieben Jahre alt. Wir fahren in unserem alten BMW an den hohen schneebedeckten Bergen im Wallis vorbei. Es ist dunkel, niemand spricht. Meine Mutter fährt mit gleichmäßiger Geschwindigkeit die Straße entlang. Auf dem Beifahrersitz meine Schwester, sie starrt aus dem Fenster. Ich habe mich wie ein Embryo zusammengerollt und liege, die Hände ans Herz gepresst, auf der Rückbank. Das Vibrieren des Autos rauscht in meinem Kopf. Ab und zu blinzle ich in die Dämmerung.
Ich bin zehn Jahre alt. Ich sitze im Cabrio neben meiner Mutter. Sie legt eine Kassette ein. Spult vor, zurück. Jacques Brel, Angelo Branduardi. Ihre Lieblingslieder, dann meine. Ich krähe die Zeilen zu Zombie Dupont, wippe mit den Füßen. Die Sonne strahlt mit mir um die Wette.