inicio mail me! sindicaci;ón

Archive for März, 2009

Deutsche Geschichten

Ich bestellte etwas in einem Versandhandel im Internet. Da die Ware falsch geliefert wurde, widerrief ich meine Bestellung. Und das lief dann so:

Ich:
“…hiermit widerrufe ich meine Bestellung. Bitte senden Sie mir einen Rücksendeaufkleber zu, damit ich Ihnen die Ware zurücksenden kann.”

Shop:
“leider haben wir keine Rücksendeaufkleber. Bitte senden Sie (…) per Hermes zurück, wir werden Ihnen die Versandkosten ersetzen.”

Nachdem ich daraufhin zwei Wochen weder eine Nachricht noch eine Gutschrift auf meiner Kreditkarte erhielt, fragte ich mal vorsichtig nach:

“… sollten Sie (…) wiedererhalten haben – wann kann ich mit einer Gutschrift (…) rechnen?

Daraufhin wurde mir einige Tage später der Warenwert überwiesen. Die Versandkosten nicht. Nun sind prinzipiell EUR 4,30 nicht die Welt. Aber eigenverschuldet falsch liefern, mir dann schreiben, man ersetze die Kosten und sich dann zwei Wochen nicht melden, ist ungut. Ich schrieb:

“Mir fehlt noch die Erstattung der Rücksendekosten durch Hermes. Sie sagten mir, Sie würden diese erstatten.”

Antwort:

“Sie nerven einfach nur ab. Wir bitten Sie, in Zukunft keine Käufe mehr bei uns zu tätigen.” und “es gibt Menschen, die man in seinem Leben einfach nicht braucht. (…)”

Hä?

Intermezzo

Ich stieg gerade in den Zug von Biel nach Zürich, als ich meinte, einen alten Freund zu erkennen. Ich sah ihn prüfend an. Er sah ihm ähnlich, aber Zeit und Ort verboten es. Ich setzte mich und widmete mich meinem Buch. Nach einer Weile bemerkte ich seinen Blick. Ich sah auf und wir uns an. Er verzog den Mund zu einem Grinsen. Er war es. Ich tastete sein Gesicht ab. Augen, Nase, Kinnpartie. So ähnlich und doch, Wangen, Stirn – ganz anders. Er war es nicht. Er griff zum Telephon, drückte darauf herum, legte es weg, nahm es wieder. Die Gestik, das war er. Ich sah zu ihm herüber, wir uns wieder an, aber seine Augen verrieten nichts. Er hielt ruhig den Blick, bis ich es Leid war und mich abwandte. Ab und zu schaute ich rüber – ich suchte nach Ähnlichkeiten, nach Unterschieden. Wie plausibel war es, daß er es war und wenn er es war, erkannte er mich? Er telephonierte – und was und wie er es sagte war mir unsympathisch und fremd und doch wollte ich mit ihm reden. Ihn fragen – bist Du es? Nach einer Weile schlug ich das Buch zu. Ich war am Ende angelangt und hatte eine einsame Träne im Augenwinkel. Gefühlsduselei. Ich sah zu meinem alten Freund herüber. Er war im Sitz tiefer gerutscht, hatte die Beine gekreuzt und die Augen geschlossen. Sein Telephon ruhte auf seinem Schoß. Ich tat es ihm gleich und schloß die Augen. Später, als ich wieder hinsah, reckte er sich, wie Katzen das tun.

Als wir in Zürich ausstiegen, standen wir uns einen kurzen Moment gegenüber. Er lächelte, ich lächelte. Und dann war er weg.

Auto Salon Genf

Mir dünkt, die Hostessen sind nicht mehr das, was sie mal waren. Natürlich ist der Autosalon Genf keine dieser Messen, in denen sich die Mädchen in Tigermusterstringtangas und knapp sitzenden BHs quer über das Auto schmeissen (was nebenbei gesagt, die Sicht auf des Pudels Kern, also das Auto, auch nicht leichter macht) aber etwas mehr Appetitlichkeit hätte ich mir schon gewünscht. Stattdessen schienen dieses Jahr – vielleicht als Ausdruck der Betroffenheit über die weltweise Krise – mausgraue Kostüme mit wahlweise ebenfalls mausgrauen Pumps oder braunen (!) Stiefeln angesagt zu sein. So gesehen zumindest bei den Stuttgartern, den Münchnern, den Ingolstädtern… – I could go on. Auch war die Gesamtzahl der Hostessen überschaubar. Wo früher an jedem Auto ein oder zwei dieser Schönheiten nur darauf warteten, einem etwas schmackhaft zu machen, das man ohnehin nienicht wird bezahlen können, mußte man die allesamt gelangweilt dreinblickenden Damen regelrecht suchen – und dann, ganz wichtig, auf deutsch oder englisch ansprechen. Denn obwohl der Auto Salon in Genf stattfindet, beherrschten die Damen en gros die Landessprache nicht. Peinlich. Und so blieben natürlich auch die entrüsteten Franzosen von nebenan nicht aus, die sich wiederum mit jeder anderen Sprache als ihrer eigenen ziemlich schwertun (man möge mir das bisschen Polemik verzeihen).

Nichtsdestrotrotz war es schön. Lotus hatte sein neues Baby Evora dabei (irgendwas zwischen 911 und Europa und alles in allem eine Spur zu komfortabel) und natürlich den Exige – die sinnlichste Art, siebzig tausend Euro loszuwerden. Auffallend war, daß über alle Hersteller hinweg die Farbe weiß sehr dominant war, was dann wohl die Heerschaar an Jungs mit Poliertüchern erklärt. Teilweise mit schon leicht debilen Grinsen taten sie Auto um Auto ihr Werk, wischten, polierten, immer schön Zähne zeigend, die neugierigen und gierigen Tatscher der Besucher weg.

So machte die Menschenschau fast mehr Spaß als die Autoschau aber nach gut zwei Stunden war auch damit Schluß und wir verließen beladen mit den obligatorischen Giveaways das Messegelände. Bis nächstes Jahr!