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Archive for Januar, 2009

Hush, Puppy.

Ich beobachte gerne und oft Menschen. Und ich tue es unauffällig. Ich habe auch kein Problem damit, beobachtet zu werden – solange es nur dieses leise irgendwas-fällt-mir-an-dieser-Person-auf-und-ich-will-sie-eine-Weile-lang-ansehen-Beobachten ist. Anders sieht es aus, wenn man auf eine verhuschte Weise angestarrt wird. Ich fuhr mit der Bahn, setzte mich neben zwei Jungs, vielleicht 14, und lauschte nicht etwa ihrem Gespräch, sondern Tegan & Sara. Der lockige Blondschopf neben mir drehte sich zu mir um und sah mich an. Ungefähr zwei Sekunden zu lange, also schaute ich zurück. Er schaute weg. Okay, dann eben nicht. Nach kurzer Zeit schaute er wieder. Und wieder und wieder und wieder. Für 2 Stationen einfach zu oft. Ich war leicht genervt. Ich stieg aus und wie ich im Augenwinkel sah, wie er seinen Kopf nach mir drehte, blieb ich stehen und schaute ihn an. Er schaute zurück. Sein Gesichtsausdruck bekam etwas verlegenes. In Gedanken ging ich alle mir bekannten 14-jährigen Jungs durch. Die Liste war verdammt kurz. Kein Sohn irgendeiner Freundin, kein nur jünger aussehender Azubi, kein Nachbarskind, nix. Ich kannte ihn nicht. Ich zog eine Augenbraue hoch, drehte mich um und ging weiter. Als die Bahn losfuhr, konnte ich mir nicht verkneifen, mich noch mal umzudrehen. Sein Blick war weiter auf mich gerichtet. Er hob seine Hand zu einem Gruß – und dann war er weg.

Manchmal ist U-Bahn fahren unheimlich.