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Wie auch wir vergeben unseren Schuldigern

Pralinenclub. Das klingt nach Kaffeefahrt mit Oma, nach Schmuddelheftchen oder Bücherclubknebelvertrag. Aber keineswegs seriös. Wie kann es also passieren, daß ich da jetzt Mitglied bin? Wie immer sind andere Schuld. Oder ein anderer. Denn mein Kollege W. ist für so ziemlich jede meiner kulinarischen Verfehlungen verantwortlich. Und so auch für diese. Das bilde ich mir zumindest ein.

“Sag mal, Liebchen – kennst Du eigentlich…?” Bei diesem Satz ahne ich bereits, daß ich ganz stark sein muß. Ich versuche mich an einem möglichst unbeteiligten “Hmmm?” und starre weiter auf meinen Bildschirm. Er legt los.

Phase 1: Schwärmen. Schwärmen, bis einem das Wasser im Mund zusammenläuft.

Phase 2: Kostprobe auspacken.

Phase 3: Einen zum Mittäter machen.

Es vergehen also keine 5 Minuten und ich habe eine handgefertigte Praline im Mund, die sich “Bienenstich” nennt. Leider schmeckt sie sehr gut und so bleibt mir nichts anderes übrig auch eine zweite zu probieren. Und eine dritte. Meine Nährwertbedenken schiebt Kollege W. mit einem “In Maßen genossen, was macht das schon?” beiseite, während Kollege A. abwechselnd irgendwas von “Das macht dick.” und “Sind die lecker.” vor sich hinmurmelt. Ich ahne bereits, aus der Nummer komme ich nicht mehr raus.

Keine halbe Stunde später lehnt sich Kollege W. zufrieden in seinem Stuhl zurück, faltet die Hände über dem Bauch und sagt: “Und beim nächsten Mal können wir uns dann über die einzelnen Sorten austauschen – ist das nicht toll?” 

Na ja, wenigstens sind die AGB erfrischend tückenlos.

1 Kommentar »

  Karen wrote @ November 9th, 2008 at 16:35

hihi :-) Ich kenne “nur” die Bienenstich-Torte, wenn aber die Praline genauso gut schmeckt wie die Torte, dann versteh ich dich vollkommen.

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