April 21, 2008 at 11:45
· Filed under Menschen
Manchmal lohnt es sich, das Rad wegen exzessiven Regengußes stehenzulassen, zur U-Bahn zu hechten und einen Euro für eine Kurzstrecke zu opfern. Denn manchmal bekommt man zwei Haltestellen lang etwas geboten. Wie neulich. Ein Tyler-Durden-Klon oder zumindest ein blonder Typ, der zuviel Fight Club gesehen hatte, tauchte plötzlich vor mir als Reflektion in der Scheibe auf. Mit Pelzmantel über muscleshirt und tiefschwarzer Sonnebrille (an einem düsteren Dienstagmorgen) bestückt, stand er eine Spur zu breitbeinig in der Mitte des Waggons.
Seine Coolness war omnipräsent.
Ein Anzugträger glotze Tylers Pelzmantel an, als ob dieser jede Sekunde wieder zum Tier werden könnte, während zwei Frauen in seine Richtung blickend zu tuscheln anfingen. Mr. Durden konnte das nichts anhaben – er starrte professionell ins Nichts seiner dunklen Gläser. Am Hauptbahnhof dann stieg er aus der Bahn und verschwand im wochentäglichen Menschengedrängel.
Ich frage mich, wie das die Leute machen, die tagtäglich innerstädtisch mit den Öffentlichen unterwegs sind – erliegen die angesichts der Freakdichte nicht irgendwann einer Reizüberflutung…?
Permalink
Ich sag’s ja: Für coole Leute scheint immer die Sonne.
Alex wrote @ April 21st, 2008 at 12:20
Ach was erliegen… Mir ist das ein Jahres-Abo wert
Aber die Freakdichte nimmt auch außerhalb der Zone 10 stark ab.
refu wrote @ April 21st, 2008 at 17:09
Ich stelle fest, dass der Augsburger ÖPNV arg langweilig ist.
Nils wrote @ April 21st, 2008 at 21:55
Oho, ich weiß nur allzu gut, was Du meinst!
Ich persönlich habe allerdings mehr Erfahrungen mit handymusikhörenden Möchtegerns im Alter zwischen 12 und 16.
“Glotz nicht so”, “Is was?”… So läuft das hier in Norddeutschland…
Ich geh darauf dann nicht weiter ein….
Matthias wrote @ April 22nd, 2008 at 20:14
Von Stadt zu Stadt gibt es mehr oder weniger und verschiedene Typen Freaks. Insgesamt ist der ÖPNV… interessant.
Gerade die innerstuttgartliche Freakdichte macht das Fahren der öffentlichen lebenswert.
Ausserdem ist die Dichte nicht gar so hoch, meist trifft man immer wieder die gleichen Leute.
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