Heute Nachmittag fuhr ich gerade mit der Straßenbahn vom Klavierunterricht nach Hause, als ich an der Haltestelle ein Ensemblemitglied des Staatstheaters stehen sah. Zwar kenne ich seinen Namen nicht, aber ich hatte ihn vor einer Weile in einem Stück gesehen und mich unheimlich gut unterhalten gefühlt. Wie er da stand und etwas verloren ins Nichts sah, kramte ich einen Zettel aus meiner Tasche und schrieb darauf “Ich mochte Dich in A. Reiser!” Ich lehnte mich an dem mürrisch dreinblickenden jungen Mann zu meiner rechten vorbei, klopfte an die Scheibe und hielt den Zettel daran. Der Mensch vom Theater stutzte, trat näher, las den Zettel und grinste dann breit. Ich grinste zurück, die U-Bahn fuhr ab und ich ließ das Stück Papier in meine Manteltasche gleiten. Das ist die Art von Zwischenmenschlichkeiten, für die ich gerne Bahn fahre.
5 Kommentare »
Das war doch mal eine wirklich nette Geste von dir und damit hast du dem Ensemblemitglied des Staatstheaters mit Sicherheit den Tag verschönert. Könnte ja direkt der Anfang einer Hollywood Schnulze sein
Dir passieren immer so Sachen, die so realitätsfremd schön klingen, wie aus einem Buch, das man liest, und man schaut Dir von oben aus zu.
Wie romantisch. Ich wette seither fährt er immer zur selben Uhrzeit in der Hoffnung dich wiederzusehen.
Matthias: Das denke/hoffe ich nicht… die Situation hatte auch nichts romantisches
Mal wieder eine der spannenden Bahngeschichten. Und es passieren wirklich soviele Dinge und man trifft jede Menge Menschen, über was man fast jeden Tag schreiben könnte
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