Archive for Januar, 2008
Januar 30, 2008 at 10:41 · Filed under Fundstücke
Wieder einer dieser hochwissenschaftlichen Selbstests zur Feststell… bla.
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via Christoph
Januar 28, 2008 at 10:40 · Filed under Fundstücke

Mein Vater hat sich vorgestern einen Computer gekauft. Und damit er auch nicht vergisst, was wofür gut ist, hat er sich einen kleinen Merkzettel gemalt. Süß, nicht?
Januar 18, 2008 at 22:44 · Filed under Menschen
Gestern sah ich einen meiner ehemaligen Klassenlehrer wieder. Er ging die Straße entlang, alt, ergraut, mit wenig Elan. Wäre ich nicht wohlwollend, sagte ich, er schlich. Er blickte zu mir herüber, aber in seinen Augen lag keine Erkenntnis, wie auch. Ich ähnele wohl kaum mehr dem Mädchen von damals. Und dann waren da im Laufe seines Lehrerlebens auch hunderte Mädchen wie ich.
Ich war 11. Und ich war in meinen Klassenlehrer verliebt. Ich sagte es niemanden, denn das wäre auf wenig Verständnis gestoßen. Herr D. war zwar eine Schönheit im Sinne von Jane Eyres Mr. Rochester aber auch streng, laut und despotisch. Er hatte ein kleines Porzellanglöckchen auf dem Lehrerpult stehen, mit dessen Hilfe er seine “allerletzte Warnung” bimmelnd kundtat. Danach setzte es einen Rausschmiss oder schlimmer: einen Eintrag – begleitet von atemlosen Wutausbrüchen. Im Werken-Unterricht machte er uns in der allerersten Stunde klar, daß wenn uns bei der Herstellung unserer Karteikästen eins der sehr dünnen Sägeblättchen kaputtgehen sollte, wir es nicht wagen dürften mit einer anderen Erklärung für dieses Malheuler zu ihm zu kommen, als dieser: “Herr D., ich habe mein Sägeblättchen zerbrochen”. Und hatte man seine Hausaufgaben vergessen, hatte man nach der letzten Stunde ein eher weniger angenehmes rendez-vous mit ihm: Gehirnwäsche und Tadel inklusive. Er war im Grunde ein Arsch. Und ich total verknallt.
Wenn ich so zurückdenke, waren die Höhepunkte der zwei gemeinsamen Schuljahre einmal Fasching, als ich Herrn D. schminken durfte und dann noch ein Ausflug, bei dem ich im Bus neben ihm saß. Mit dem Ende der sechsten Klasse hatte sich neben dem Klassenverband auch meine Schwärmerei in Luft aufgelöst.
Ein paar Jahre später fragte mich meine damals wie dann gute Freundin in einer in-der-Dämmerung-auf-dem-Sportplatz-auf-dem- Boden-liegen-und-sich-das-Herz-ausschütten-Situation: “Du warst doch damals total in Herrn D. verknallt, das ist doch voll der Psycho?!” Ich war etwas peinlich berührt, lachte dann nur und sagte “Ja, ich weiß, voll der Psycho”.
Wie ich ihn so die Straße entlanggehen sah, kam mir in den Sinn, daß er heute wohl keine Kleinmädchenherzen mehr höher schlagen lässt.
Januar 8, 2008 at 21:53 · Filed under Menschen
D., der einen Stock unter mir wohnt, bekommt häufig Post – von Amazon, diversen Weinhändlern, Reiseunternehmen, Feinkostläden usw. Ich weiß das, weil ich seine Päckchen in den meisten Fällen vor ihm in Händen halte. D. ist nämlich nie zuhause.
Heute war ich der riesigen (sauschweren) Weinkiste, die seit zwei Wochen in meinem Flur rumsteht, überdrüssig, weshalb ich einen Zettel schrieb, welchen ich D. an die Tür hängte:
Hallo D.,
seit zwei Wochen versuchen wir – bislang mit Erfolg – den Verlockungen der Weinkiste, die für Dich bei uns abgegeben wurde, zu widerstehen. Ich weiß allerdings nicht, wie lange das noch möglich sein wird…
Bitte hole die Kiste demnächst mal ab – sonst können wir leider für nichts mehr garantieren.
Prost!
Zuckerbäckerin
Als ich eben nach Hause kam, hatte ich eine Flasche Champagner vor der Tür stehen und dazu folgende Botschaft:
Zuckerbäckerin,
es tut mir schrecklich leid, daß ich euch so lange mit dieser Versuchung alleine gelassen habe…
Habe versucht bei euch zu klingeln, aber ihr wart leider nicht da. Wenn die Kiste nicht zu schwer ist, dann stellt sie doch vor meine Tür.
Hoffe der Champagner ist noch kalt…
Danke für alles!
Liebe Grüße,
D.
Meine “Mitbewohner” sind wirklich in Ordnung. Die von oben links haben uns schon selbstgemachtes Himbeersorbet runtergebracht, die gegenüber überließen uns im Sommer ihren Wohnungsschlüssel, damit wir während ihres Urlaubs auf ihrer Dachterasse Sonnenbaden können, M. von gegenüber hat mich ein paar mal zum Joggen an den See mitgenommen und Mamselle von unten rechts stand bereits mit Schoki vor der Tür. Von den Zuwendungen mal ganz abgesehen, sind meine Nachbarn auch sonst richtig gut drauf – wenn das nur überall so wäre!
Januar 3, 2008 at 17:11 · Filed under Savoir faire
Eben rief ich bei der Deutschen Rentenversicherung Bund an. Nach fünf Minuten in der Warteschleife hatte ich keine Lust mehr und habe aufgelegt. Eine viertel Stunde später drückte ich die Wahlwiederholungstaste an meinem Telephon und bekam – oh Wunder – direkt einen Mitarbeiter dran. Dachte ich zumindest.
Er: Blablanuschelnuschel – was kann ich für Sie tun?
Ich: Ich wüßte gerne den Bearbeitungsstand meines Antrags Kennzeichen blablabla
Er: Hä, was für ein Antrag? Moment bitte!
- legt den Hörer beiseite, lautes Geraschel, Stimmen –
Er: So, jetzt. Was wollen Sie?
Ich: Ich wüßte gerne den Bearbeitungsstand me…
Er: Was für ein Ding??
Ich: Ich mache eine Reha und…
Er: Was für eine Reha bitte??
Ich: Na, eine medizinische Rehabilitation??
Er: Ähm, wen wollten Sie eigentlich sprechen?
Ich: Die Deutsche Rentenversicherung Bund?
Er: Sie sind beim Avanti Pizzaservice.
Ich: Oh.
Er: Ich glaube ich kann Ihnen nicht helfen.
Ich: Ich fürchte auch. Schönen Abend noch.
Er: Tschüs