I tried to think of the best way to tell her that her father was dead with the least amount of pain but you cannot camouflage death with words. Always at the end of the words someone is dead.
- R. Brautigan
Gestern nachmittag bin ich in die Schweiz gefahren, oder: habe mich fahren lassen. Wurde abgeholt, weil der Rücken noch nicht so mitmacht. In Embryostellung auf dem Rücksitz, halb dösend und mit der Sonne im Gesicht. Hunderttausend Lux und die Welt ist in Ordnung.
Mir kamen die Bücher in den Sinn, die ich eingesteckt hatte. Da wären zu einem “Das Kochbuch des Kannibalen” von Carlos Balmaceda und zum anderen “Nervöse Fische” von Heinrich Steinfest. Beides Krimis, die mir mein bibliophiler Freund U. geschenkt hatte. Jeder sollte einen Freund wie ihn haben.
Den Weg in meine Reisetasche fand außerdem, und darauf will ich hinaus, “You can’t catch death” von Ianthe Brautigan. Erinnerungen einer jungen Frau an ihren Vater, den Autor Richard Brautigan, der sich 1984 im Alter von 49 Jahren erschoß. Es ist eines der Bücher, die mich in Melancholie gefangen nehmen und – nachdem die letzte Seite umgeblättert und das letzte Wort gelesen ist – verwirrt und zugleich ernüchtert zurücklassen.
Richard Brautigan war ein wundervoller Autor und ich denke oft darüber nach, welche wundervollen Bücher er noch geschrieben hätte, hätte er sich nicht mit einem 44er Kaliber in den Kopf geschossen. Ich mag den schrägen Humor seiner Bücher, die skurrile Affinität zu Friedhöfen und seine unverbrauchte Liebe zu Japan.
Jeder sollte einen Brautigan unter dem Bett haben. Nur so für Notfälle.