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Archive for Oktober, 2007

Pipi deluxe

Auf der Heimfahrt hatte ich ein wirklich besonderes Autobahnraststättenpipierlebnis.

Bevor man das ohnehin blitzblanke Dusch-WC (Henning hat dazu einen Blogeintrag verfasst ;-) ) benutzte, konnte man die Klobrille zuvor mit Desinfektionslösung abwischen. Dann, nach dem eigentlich “Akt”, wurde man im voreingestellten “Massagemodus” abgeduscht. Die Trocknung erfolgte dann per integriertem Fön oder alternativ in Handarbeit (räusper) mit dem Toilettenpapier.

Nun ja, ich will nicht unerwähnt lassen, daß man während des gesamten Aufenthalts mit Musik berieselt wurde, die ich sonst nur von “Entspannungsübungen nach Jacobsen” kenne und daß in meiner babyblaumosaikgefließten Kabine ein Passpartout mit Unterwassermotiven über der Toilette hing. Selbstverständlich war auch alles darauf ausgerichtet, daß man nichts anfassen mußte (wobei mir das, Dreckspatz der ich bin, nichts ausgemacht hätte). Türe, Spülung, Wasserhahn, Seife und Papierspender waren alle mit einem Sensor ausgestattet – nur meine Hose nicht, die mußte ich mir noch selbst hochziehen.

Schweizer Postwagen sind rechtslenker

Postwagen. Nicht zu verwechseln mit PostAuto, denn das ist der Schweiz nämlich der Bus! Auf jeden Fall sind schweizer Postwagen rechtslenker. Damit will man den Heerscharen toter Postbeamter entgegenwirken, die durch das Aussteigen auf der linken (und damit zur Straße gewandten) Seite von unachtsamen Verkehrsteilnehmer überfahren worden sind. So stell’ ich mir das zumindest vor ;-)

Discusprolaps

An einem Dienstag vor 6 Wochen beschloß eine meiner Bandscheiben sich das Leben zu nehmen.

Ohne vorher mit jemandem über ihren Kummer gesprochen zu haben – von den angehörigen Bandscheiben der Lendenwirbel 1 bis 4 völlig unerwartet – stürzte sie sich an jenem Dienstag vom 5. Lendenwirbel direkt in den naheliegenden Nervenwurzelkanal und zog damit nicht nur sich, sondern auch die völlig unbeteiligte aber sich zur-falschen-Zeit-am-falschen-Ort befindliche obere Nervenwurzel in Mitleidenschaft.

Hysterie brauch aus, Nervenstränge drängten sich ängstlich in eine Ecke, einige fielen in Ohnmacht, als die gallertartige Masse, die nun aus der verendeten Bandscheibe hervorquoll, langsam aber stetig auf sie zufloss. “Oh Gott, wir werden alle sterben, wenn uns dies Teufelszeug berührt!” schrie einer der älteren Nerven, woraufhin die jüngeren, völlig panisch, Hilferufe entlang der Nervenbahnen aussandten. Doch zu spät: Die Bandscheibenflüssigkeit legte sich über sie und ertränkte sie in ihrer entzündlichen Masse.

Während sich also die Ereignisse im Bereich der Lendenwirbelsäule überschlugen, schlief der Rest meines Körpers noch tief und fest, denn es war mitten in der Nacht. Erst als um exakt viertel vor sechs der Wecker klingelte, drang das Eiltelegramm, der vergebliche Hilferuf des Nervenkanals, zu meinem Gehirn durch. Müde begann es die wichtigsten Funktionen zu booten, um sich dann, mehr beiläufig, dem Telegramm zu widmen. “Irre Bandscheibe versucht uns zu kill…” – weiter kam das Gehirn nicht, denn plötzlich funkte das Substanzielle Ich, der ewige Nebenbuhler, dazwischen: “Oh nee, Du hast mal wieder gar nix unter Kontrolle hier” polterte es und dann – an die angelsächsischen Organe gewandt – “Gentlemen, we have a situation here.”

Tja, und der Rest ist schnell erzählt. Das Substanzielle Ich rief meinen Körper zu Ordnung, zwang ihn noch zur Arbeit, um am spätnachmittag doch zu kapitulieren und – dem Druck einer Petition der übrigen Organe nachgebend – der Gabe zweier LMAA-Spritzen zuzustimmen, womit das Elend endgültig seinen Lauf nahm…

Clever parkieren in der Schweiz

Clever parken

Über den Parkplätzen befinden sich kleine Lämpchen, die bei einem freien Platz grün und bei einem belegten Platz rot leuchten. So sieht man schon von weitem, ob und wo etwas frei ist. Zusätzlich hängen kleine Notizblöcke an der Wand, damit man sich seine Parkplatznummer notieren kann.

Da kann ja eigentlich nichts mehr schief gehen…

Es sei denn man verschreibt sich.

Corseaux

Ein paar Bilder von meinem gestrigen Spaziergang durch die Weinberge und dem ersten Kaminfeuer in diesem Jahr.

Corseaux

Auf Reisen

I tried to think of the best way to tell her that her father was dead with the least amount of pain but you cannot camouflage death with words. Always at the end of the words someone is dead.
- R. Brautigan

Gestern nachmittag bin ich in die Schweiz gefahren, oder: habe mich fahren lassen. Wurde abgeholt, weil der Rücken noch nicht so mitmacht. In Embryostellung auf dem Rücksitz, halb dösend und mit der Sonne im Gesicht. Hunderttausend Lux und die Welt ist in Ordnung.

Mir kamen die Bücher in den Sinn, die ich eingesteckt hatte. Da wären zu einem “Das Kochbuch des Kannibalen” von Carlos Balmaceda und zum anderen “Nervöse Fische” von Heinrich Steinfest. Beides Krimis, die mir mein bibliophiler Freund U. geschenkt hatte. Jeder sollte einen Freund wie ihn haben.

Den Weg in meine Reisetasche fand außerdem, und darauf will ich hinaus, “You can’t catch death” von Ianthe Brautigan. Erinnerungen einer jungen Frau an ihren Vater, den Autor Richard Brautigan, der sich 1984 im Alter von 49 Jahren erschoß. Es ist eines der Bücher, die mich in Melancholie gefangen nehmen und – nachdem die letzte Seite umgeblättert und das letzte Wort gelesen ist – verwirrt und zugleich ernüchtert zurücklassen.

Richard Brautigan war ein wundervoller Autor und ich denke oft darüber nach, welche wundervollen Bücher er noch geschrieben hätte, hätte er sich nicht mit einem 44er Kaliber in den Kopf geschossen. Ich mag den schrägen Humor seiner Bücher, die skurrile Affinität zu Friedhöfen und seine unverbrauchte Liebe zu Japan.

Jeder sollte einen Brautigan unter dem Bett haben. Nur so für Notfälle.

CHF neues Zahlungsmittel in Deutschland

CHF in Deutschland

Gestern, Stuttgart, Königstraße. Noch Fragen?

Benzin im Blut

Gestern war ich tanken.

Beim Abziehen des Zapfhahns floss ein klein wenig Benzin über die Flanke meiner Süßen. Ich nahm also ein Taschentuch, wischte es weg, und da kein Müll in der Nähe war, stopfte ich das Tuch in ein kleines Plastiktütchen und dann in meine Handtasche. Soweit sogut.

Auf dem Heimweg besorgte ich mir noch eine Brezel für’s Frühstück. Das Taschentuch und die Brezel befanden sich dann für ziemlich genau 26 Minuten in derselben Tasche.

Ich hätte es einfach wissen müssen. Als ich am nächsten Tag meine Brezel anbiss, gefror mir das Blut in den Adern. RO(t!)Z 95.

Das Frühstück konnte ich knicken.

Ich bin ein EI

Egoload - Engagierter Idealist
Ein engagierter Idealist. Das ganze Elend lässt sich hier nachlesen.

via Nessy

Nächtliche Begegnungen

Ich gehe direkt auf das Bestattungsfahrzeug zu und spähe vorsichtig nach meinem Schatten, der sich im Fenster spiegelt. Plötzlich ein Geräusch, die Rücklichter flackern auf, der Fahrer scheint zurückgekehrt zu sein. Erschrocken weiche ich aus und gehe rechts am Wagen vorbei. Der Fahrer steigt ein, dann gehen die Scheinwerfer an und für einen kurzen Moment meine ich das Knirschen meiner Knochen unter dem schweren Mercedes zu hören. Ich gehe einen Schritt schneller, doch unnötig. Der Fahrer legt den Rückwärtsgang ein und wendet. Ich habe als Kind einfach zu viele Krimis gelesen.

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