inicio mail me! sindicaci;ón

Archive for Mai, 2007

Miau!

Ich habe mich verpflichtet über Karin Edmund Stoibers Muschi zu schreiben bzw. zu erwähnen, daß Edmund Stoibers Kosename für seine Frau Muschi lautet. Nun sind wir alle nicht mehr in der fünften Klasse und geraten angesichts eines Wortes wie Muschi nicht unbedingt in Verlegenheit aber zugegeben, ich wäre nicht gerade beglückt darüber, würde mein Gatte mich so rufen. Zwar sind Schatzi, Hase, Süße etc. keine wirklich originelle Alternative aber ich werde nunmal ungern wie eines meiner Körperteile genannt (man spare sich den Hinweis, daß Muschi auch gleichbedeutend mit Katze sein kann. In unserer degenerierten Welt denken doch nur noch 80-jährige bei einem Wort wie Muschi frei von Hintergedanken an eine Miezemau.)

Eine Freundin von mir nennt ihren Freund Babe, was ich etwas strange finde (um bei den Anglizismen zu bleiben). Die andere sagt Schnecke, was in meinen Ohren nicht unbedingt niedlich klingt und ein Freund nennt seine Freundin Tussi (mehr als öd). Ich wurde bisher immer Schatz (der Klassiker), einmal Kätzchen (don’t ask) und einmal Honey Bunny (again… don’t ask) genannt. Meine Freunde verwenden für mich seit Jahren den selben Spitznamen, sprechen ihn allerdings alle unterschiedlich aus – aber: das führt jetzt schon wieder zu weit.

Nun, Muschi ist auf jeden Fall ein populäres Wort. Meine Oma nannte einen ihrer Stubentiger so, manch Kerl bezeichnet so das liebste Körperteil seiner Freundin und Edmund Stoiber ruft eben so seine Frau.

Amen.

Hello – Goodbye

Gestern traf ich einen alten Bekannten wieder. Vor ungefähr drei Jahren fuhren wir mittags immer mit der selben S-Bahn nach Hause. Wenn ich heute darauf zurückblicke, frage ich mich, wieso ich mir das habe antun lassen, denn ich war anschließend immer völlig entnervt. So runzelte ich unwillkürlich die Stirn, als ich ihn gestern am Hauptbahnhof traf.

Herr, lass den Kelch an mir vorüberziehen dachte ich im Stillen. Aber da die Dinge nun mal so sind wie sie sind, begann er in der selben Minute einen nicht enden wollenden Monolog über sich und sein Leben.

Während er so auf mich einredete, rekonstruierte ich gedanklich die gemeinsamen S-Bahn-Fahrten. Er war ein fürchterlicher Aufschneider. Er redete am liebsten von sich und den immergleichen Themen, seiner Familie und deren Wohlstand, seinen grandiosen Autos, seinen Beziehungen zu diversen Politikern, von seinem Engagement in seiner CDU. Er scheint wenig Feingefühl zu haben, sonst hätte er seinerzeit bemerkt, wie gelangweilt ich war oder aber er bemerkte es und es war ihm schlichtweg egal. Vielleicht mußte er nur ablassen, was nötig war. Soll in anderen Bereichen des Lebens ja auch vorkommen…

Während dieser täglichen 25 Minuten musterte ich ihn zunächst von oben bis unten, faltete nach einer Weile die Hände zusammen, lächelte und sagte hin und wieder “Ah” und “Oh” und wenn es besonders bedeutsam klang, öffnete ich leicht den Mund als sei ich erstaunt und murmelte anschließend ein leises “wunderbar”. Alles in allem benahm ich mich indiskutabel, doch es schien ihm nicht weiter aufzufallen.

Er mußte nach mir aussteigen, doch leider waren ihm die goldenen Regeln des gemeinsamen S-Bahn-Fahrens nicht bekannt, zum Beispiel daß es vonnöten ist ein Gespräch, eine Station bevor das Gegenüber aussteigen muß, abflachen zu lassen. Gelingt einem das nicht, kann man noch die Notbremse ziehen indem man das Gespräch abrupt beendet und den anderen mit einem “Oh, aber Du mußt ja jetzt aussteigen, darüber können wir morgen noch reden!” verabschiedet. Sunnyboy aber sprach noch mit mir, als der Zug schon stand und die Türen sich öffneten. Und auch dann noch, als die ersten Fahrgäste ausstiegen. Er sprach so lange, bis ich der Höflichkeit genug hatte, hektisch aufstand, „Tschüs!” rief und aus der Bahn spurtete, während er – endlich – innehielt und mir dann ein „Bis morgen!” hinterherwarf.

Ich lernte mit der Zeit den Sitzplatz so zu wählen, dass wir nahe der Tür saßen.

Nun, zurück zu unser gestrigen Begegnung. Nachdem ich ein wenig vor mich hingestarrt hatte, die Ohren auf Durchzug, richtete ich meine Aufmerksamkeit wieder auf meinen alten Bekannten, musterte ihn kurz und stellte zufrieden fest, dass ich in den vergangenen Minuten offensichtlich nichts verpasst hatte. Ich lächelte und sagte “Du, ich muß los. War nett Dich mal wieder getroffen zu haben!” – „Ja, total, bis bald vielleicht!” Sprach’s und verschwand in der Unterführung.

Neue Folgen der IT Crowd

Mitte Mai wurde die letzte Folge der neuen Staffel der britischen Sitcom „The IT Crowd“ in den Pinewood Studios vor Publikum abgedreht. Die Ausstrahlung ist dann voraussichtlich im Herbst 2007. Außerdem soll eine deutsche Version in Vorbereitung sein. Mal sehen, ob sie es schaffen die ganzen Wortspiele sinnvoll ins deutsche zu übersetzen. Außerdem bin ich auf die Synchronsprecher gespannt. Die Intonation der „Originale“ ist kaum zu überbieten.


Der Macher der Serie, Graham Linehan, bloggt übrigens auch: Why, that’s delightful!

Die Bravo für Erwachsene

Früher hatte ich mal die Wochenbeilage der Süddeutschen Zeitung (”jetzt”) abonniert. Seit diese eingestellt wurde, lese ich die NEON. Klar sagen mir nicht immer alle Themen zu aber im Großen und Ganzen fühle ich mich halt doch angesprochen ;-)

Auf jeden Fall habe ich jetzt einen Grund die NEON an öffentlichen Plätzen in einen Sch(m)utzumschlag zu stecken. Beiläufig schrieb ich vor kurzem in einer Mail an einen Freund: “… und schmökere in der NEON, kennst Du die Zeitschrift?”, woraufhin er mir mich wissen ließ: “… habe den Eindruck gewonnen, daß es sich bei der NEON um eine Zeitschrift für Twenty- und Thirtysomethings handelt (…) die noch im Studium oder noch nicht lange in der Arbeitswelt sind (…) deren erwachsenes Leben gerade erst angefangen hat (…) die sich ihre Hippness bewahren wollen, aber gleichzeitig nicht jedem Trend hinterher laufen, die schon Karriere machen wollen, aber nicht um jeden Preis, schon gar nicht um den, sich nicht selbst verwirklichen zu können, und dann geht’s natürlich noch um Liebe, Sex, Klamotten und Pop etc. pp. Summa summarum sowas wie eine Bravo für Erwachsene.”

EEEK! Ich habe als Teenie nie die Bravo gelesen – ich wußte das rächt sich irgendwann. Tja, jetzt muß ich damit leben, daß meine bevorzügte Lektüre die Bravo für Erwachsene ein ” junges General Interest Magazin” ( G+J) ist.

Pro Patria

Daß wir Schweizer ein patriotisches kleines Völkchen sind, dürfte allgemeinhin bekannt sein. Wie es genau um den Schweizer Nationalstolz steht, hat unlängst die Schweizer Revue erörtert.

Auf die Frage ”Sind Sie stolz, Schweizerin oder Schweizer zu sein?” antworteten immerhin 21% sie seien “sehr stolz”, 54% waren noch “eher stolz”. Vor allem junge Schweizer fühlen sich ihrem Heimatland stark verbunden.

Besonders stolz sind die Schweizer auf die Eigenständigkeit und Unabhängigkeit der Schweiz, die Neutralität, Volksrechte wie Initiative und Referendum sowie das Zusammenleben der verschiedenen Nationalitäten. Letzeres wird wiederum auch als größte Gefahr für die schweizerische Identität betrachtet. 74% der Befragten sind der Meinung, durch die vielen Einwanderer entstünden zuviele unterschiedliche Sprachgruppen.

Die Schweizer tun viel, um den liebgewonnenen Nationalstolz zu pflegen. So setzt sich die Organisation Pro Patria für die “Erhaltung und Pflege unseres Kulturgutes und unserer Kulturlandschaft” ein, im Ausland lebende Schweizer erhalten ein Auslandsschweizermagazin, um den Bezug zur Heimat nicht zu verlieren und es gibt etliche Swissness-Shops, in denen man Schweizerkreuz-Artikel (Schlüsselband, Einkaufstasche, Kalender, Füllfederhalter,…) erwerben kann.

pro-patria1.jpg

Soviel fröhlicher Patriotismus macht natürlich auch vor mir nicht halt und deshalb ziert meinen Geldbeutel ein Schweizerkreuz, ich bin treuer Leser der Schweizer Revue und am Nationalfeiertag wird die schweizer Flagge rausgehängt. Ansonsten bin ich aber ganz normal ;-)

Gestern bei Sydney’s

Ab und zu gehe ich mal in’s Sydney’s essen, einem guten, wenn auch etwas hochpreisigen australischen Restaurant in der Calwer Straße. Leider hatten wir diesen “speziellen” Kellner (dessen Bild hier zu veröffentlichen wohl seine Persönlichkeitsrechte verletzen würde), der bisher bei jedem Besuch entweder mich oder eine meiner Begleiterinnen ziemlich öd angebaggert hat. Das liegt nun weniger daran, daß wir besonders begehrenswert sind, als an seinem wohl grundsätzlich penetranten Charakter. Eingangs begrüßte er mich gleich mit einem “Hallo schöne Frau, Dich kenne ich, Du bist öfter da!”, um den dann meine Freundin zu nerven. Wir waren bereits kurz davor, nach einem anderen Kellner zu verlangen, als Gott beschloss uns zu begnadigen (wahrscheinlich auch weil mir mit L. eine gute Christin bei uns hatten) und einen Schichtwechsel organisieren ließ. Und so wurde der Rest des Abends doch noch sehr lässig. Das Essen war wie immer sehr gut – ich hatte das Vegetarian Curry, die anderen Emu, Krokodil und Känguruhfleisch – , man konnte prima draußen sitzen und mit der zweite Bedienung hatten wir auch mehr Glück.

Big brother is watching you

Jeder der in einem größeren Unternehmen arbeitet, kennt das: Bis man an seinen Arbeitsplatz gelangt ist, sind eine Vielzahl von Türen zu passieren. In unserem Fall sind das Sicherheitsschleusen. Man hält brav seine Zugangskarte an das Lesegerät, die Tür öffnet sich, man tritt ein, die Tür schließt sich wieder, die nächste Tür öffnet sich und man geht seines Weges.

So weit die Theorie. In der Praxis sieht das leider ganz anders aus. Unsere Türen sind nicht nur des Öfteren mal defekt, sie sprechen sich auch ab. Denn die Lesegeräte an den Schleusen merken sich genau, wer wann wo welche Tür im Gebäude passiert. Und sie können es gar nicht leiden, wenn sie das Gefühl bekommen, man versucht sie zu verarschen.

Viele Wege führen nach Rom und so gibt es auch unterschiedliche Möglichkeiten in die Caféteria zu gelangen. Differiert nun der Hin- mit dem Rückweg wird man laut piepend – die Aufmerksamkeit sämtlicher Umherstehender auf sich ziehend – darauf aufmerksam gemacht, daß man eine Schleuse passieren möchte, durch die man das Gebäude heute bereits betreten aber nicht noch verlassen hat. Ergo befinde ich mich im Gebäude und kann deshalb nicht vor dem Gebäude stehen und Einlass begehren. Wird man jetzt frech, murmelt etwas von „Scheiß Tür!“ und versucht es noch mal, wird man ganz aus- und gesperrt und muß sich vom herumlungernden Wachdienst die Tür öffnen lassen.

Dasselbe passiert übrigens auch, wenn man aus einem Akt der Nächstenliebe einen Kollegen, der seine Karte vergessen hat, mitschleusen will: Pas-de-deuxs sind streng verboten, genauso wie zu langes Rumstehen vor, in und hinter der Schleuse. Heute nach der Mittagspause hat mich Schleuse 12 in Gebäude 2 wieder mal ausgesperrt, weil ich vorgestern das Gebäude über den Empfang verlassen habe. Ich kapituliere jetzt – auch weil ich mich krank fühle – und gehe nach Hause – falls ich rauskomme ;-)

 

Mademoiselle chante le blues

Eigentlich ist dies der perfekte Tag und der perfekte Augenblick um mit dem schreiben zu beginnen. Ich hatte eben im Weber bei einer Chai Latte ein farbloses Gespräch über das Plusquamperfekt, draußen regnet es unentwegt und aus den Lautsprechern tönt Patricia Kaas’ erster großer Hit.

Elle a du gospel dans la voix et elle y croit…